Leitfaden für lokale Agenda
Ein Leitfaden
Der vorliegende Leitfaden gibt einen Einblick in die Diskussion und die Aktivitäten
zur Lokalen Agenda 21 in Deutschland. Aber die Entwicklung ist rasant: Neue
Initiativen entstehen, eine Vielzahl von Forschungsprojekten widmet sich der
Lokalen Agenda 21 und unzählige Veröffentlichungen zum Thema erscheinen. Die
Herausgeber sind sich der dadurch bedingten Unvollständigkeit dieses Leitfadens
bewußt und verweisen für die aktuellen Entwicklungen auf die im Anhang genannten
Informationsquellen.
Vorwort
Als 1992 die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED)
in Rio de Janeiro stattfand, war eines ihrer Ergebnisse die Agenda 21, ein umfangreiches,
aber völkerrechtlich nicht bindendes Dokument, mit dem der Weg zu einer zukunftsfähigen
Wirtschaftsweise in Nord und Süd gewiesen werden sollte. Die Regierungen erklärten
in der Agenda 21 auch, daß die gewaltige Aufgabe des Umsteuerns zur Nachhaltigkeit
nicht von den Regierungen allein, sondern nur mit aktiver Beteiligung der Gesellschaft
zu bewältigen sei. Auch die Kommunalverwaltungen wurden aufgerufen, lokal die
Agenda 21 umzusetzen.
Die UN-Sondergeneralversammlung im Juni 1997 hat in drastischer Weise demonstriert,
wie sehr bei den Regierungen mittlerweile der "Geist von Rio" verflogen
ist. Auf kommunaler Ebene gewinnt die umwelt- und entwicklungspolitische Arbeit
"vor der eigenen Haustür" jedoch allmählich an Bedeutung. "Lokale
Agenda 21" heißt das (inzwischen nicht mehr ganz neue) Motto. Gemeint ist
damit die wachsende Zahl von Initiativen, die Agenda 21 - das umwelt- und entwicklungspolitische
Aktionsprogramm der Rio-Konferenz - in den Städten und Gemeinden zu verwirklichen.
So vielfältig wie all diese Initiativen sind auch die Versuche ihrer Koordination
und Vernetzung. Der vorliegende Leitfaden des Forums Umwelt & Entwicklung
versucht, ein aktuelles Bild vom Prozeß der Lokalen Agenda 21 in Deutschland
zu zeichnen. Er informiert über die grundlegenden Beschlüsse von Rio und über
Initiativen und Bündnisse, die seitdem zur Umsetzung auf der lokalen Ebene entstanden
sind. Er skizziert die Handlungsmöglichkeiten für Nichtregierungsorganisationen
und kommunale Einrichtungen und will anhand konkreter Beispiele zu neuen Initiativen
ermutigen. Denn die Landkarte der lokalen Bündnisse hat noch viele weiße Flecken.
Aufgrund der äußerst lebhaften Nachfrage liegt dieser Leitfaden nunmehr in der
4. aktualisierten Auflage vor.
Zugleich soll mit dem Leitfaden jedoch vor allzu großer Euphorie gewarnt werden.
So notwendig stärkere Bürgerbeteiligung bei der Bewältigung der ökologischen,
ökonomischen und sozialen Krisen ist, so wenig ist sie ein Ersatz für konkretes
Handeln einer Stadtverwaltung. Auch mit noch so viel Bürgerbeteiligung läßt
sich der Treibhauseffekt nicht wegdebattieren. Rasch stößt eine Lokale Agenda
21 angesichts fehlender Zuständigkeiten, mangelndem Veränderungswillen und chronisch
knapper Kassen an ihre politischen Grenzen. Lokales Handeln ersetzt nicht nationale
und internationale Vereinbarungen. Beide Handlungsebenen ergänzen sich. Einerseits
sind ohne Druck und die Veränderungen "von unten" umwelt- und entwicklungspolitische
Fortschritte auf globaler Ebene kaum durchzusetzen. Andererseits braucht die
lokale Ebene angesichts ihrer begrenzten politischen Entscheidungsbefugnisse
bessere Rahmenbedingungen, um die Weichenstellung für ein ökologisch und sozial
nachhaltiges Leben und Wirtschaften zu schaffen.
Jürgen Maier
Leiter der Projektstelle des Forums Umwelt & Entwicklung Die Agenda 21
Ausgangspunkt: Rio '92
Rolle der Kommunen
Die Rolle von Bürgerinitiativen und Nichtregierungsorganisationen
Lokal Handeln - weltweit: Vernetzungsinitiativen vor und nach Rio
Lokale Agenda 21 konkret: So kann sie aussehen
Anhang
Impressum
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